03. Februar 2020

Rana Alsoufi, Ayşe Başol & Mira Sievers

Körperbedeckung und
Bekleidungsvorschriften

Die Islamdebatten in den europäischen Gesellschaften haben in den letzten Jahrzehnten verstärkt das Kopftuch muslimischer Frauen als einen Gegenstand von kontroversen Diskussionen über zugleich mehrere gesellschaftliche Problematiken ins Zentrum öffentlicher Aushandlungen gerückt: Es geht dabei um Frauenrechte, um Religionsfreiheit, um die Sichtbarkeit von Religion und Religiosität in der Öffentlichkeit, um symbolische Identifikation, um umstrittene Formen von Körperpolitik, um Ausdruck persönlicher wie auch kollektiver Identität, um Politisierung von Religion… Damit nehmen diese Debatten Themen auf, wenn auch auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Akzenten, die auch in mehrheitlich muslimischen Gesellschaften seit dem 19. Jahrhundert bis heute immer wieder und oft auch sehr umstritten diskutiert wurden.

In unserer allerersten Video-Folge und zugleich als Fortsetzung unserer Reihe „theofunk body“ wollen wir uns näher damit beschäftigen, wie die Frage der Körperbedeckung, durchaus jenseits der engen Fokussierung auf das Kopftuch, in den islamischen religiösen Quellen und in den historischen Quellen der islamischen Frühgeschichte sowie später in der islamischen Rechtstheorie thematisiert wurde. In welchen textuellen und sozialen Kontexten wurden bestimmte Formen von Körperbedeckung und -bekleidung erwähnt, und welche Implikationen können sich aus einer solchen Betrachtung für heutige islamisch-theologische Reflexionen ergeben – auch über die Frage des Kopftuchs hinaus?

Mit theofunk sprachen die Frankfurter Wissenschaftlerinnen Ayşe Başol, Rana Alsoufi und Mira Sievers.

Videoaufnahme und Foto: Mirza Odabaşı